723,2 Seemeilen

Die langen Listen

In der großartigen Saison 2018 haben wir 723,2 Seemeilen zurückgelegt. Für „richtige“ Blauwassersegler sind das vielleicht fünf ordentliche Etmale, für den Binnensegler eine Strecke, für die ein Boot sein Leben lang „Kreise drehen“ muss. Als Ostseesegler bin ich zufrieden.

Der Sommer 2018 sorgte mit seinem fast durchgehend phantastischen Wetter für Mittelmeergefühle, wie wir sie hier oben nicht jede Saison genießen dürfen. Auch mit den ersten drei Juli-Wochen lag ich wieder einmal exakt im Zentrum des Hochdruck-Wetter und habe damit eine Serie fortgesetzt, über die ich gar nicht „laut reden“ möchte… ich freue mich einfach J

Pangea in Ystad/Schweden.

Mittlerweile haben wir auch den „Winter“, der Mal wieder keiner war, fast hinter uns. Zwar bekommen wir hier oben sicher noch den einen oder anderen Frost-Tag/- oder Nacht, vielleicht sogar noch einmal kurz Schnee, aber insgesamt ist die ungemütlichste Jahreszeit vorbei.

Pangea im Winterlager.

So kommen die langen Listen wieder zu Tage und fordern ihre Umsetzung. Was ich schon geschafft habe, ist der Verkauf meines alten Sailtainer-Rollbaumsystem! Das freut mich sehr, denn über diese Anlage habe ich mich in der vergangenen Saison oft geärgert: Sie funktioniert nur mit enormen Krafteinsatz – und das sowohl beim „Ausrollen“, also setzen des Großsegels als auch beim Einrollen, also beim Bergen. Letztendlich führte dieser enorme Kraftakt oft zum „Genua-Segeln“ und damit zum Verzicht aufs Vollzeug. Ein unbefriedigendes Fazit!

Nach fast fünfmonatigen Verkündungen von Kaufabsichten habe ich im Februar meinen neuen gebrauchten Baum von Thomas Beutel ins Winterlager gefahren. Den alten Rollbaum habe ich alleine kaum tragen können. Der neue ist dagegen ein Fliegengewicht und kann problemlos alleine, also einhandtauglich  verstaut werden! Weniger Gewicht an Bord bedeutet am Ende auch mehr Performance => auch für einen gemäßigten Langkieler 😉
Von der Tuchwerkstatt in Greifswald erhalte ich dazu ein neues Großsegel, dass im Crosscut geschnitten und konventionell mit Bindereff gefahren wird. Darauf freue ich mich riesig! Eine Besonderheit ist das neue Rutschersystem: Ich habe mich nach Beratungen mit Sebastian Hentschel für ein amerikanisches System entschieden, bei dem die Rutscher, ähnlich wie Wagen, auf einer speziellen Schiene, die in der Mastnut eingebracht wird, gefahren werden.
Ich werde über dieses Novum berichten!

Der „neue“ Baum.
Fast-Track-System.

Jetzt geht es erst Mal an die Listen: Den Mast durchchecken, Zusatzfallen einziehen, Decksbeleuchtung montieren und verlegen, Radarfunktion wieder herstellen, Topbeleuchtung reparieren, Windex erneuern, Umlenkungen der Fallen und Strecker neu verlegen und ggf. neue Rollen montieren, die Badeplattform refitten und ein Wasserablauf, der eher ein Wassereinlauf ist, zu schließen, eine Luke einbauen, Waschbeckenablauf mit einem Ventil versehen usw…usw. Ob ich Ostern im Wasser bin?

Abschlusstörn um die Altstadtinsel

Seit einigen jahren habe ich es „nicht mehr geschafft“, zum Saisonende einmal um die Altstadtinsel Lübecks zu fahren. Viele Vereine und Clubs entlang der Trave pflegen diese Tradition seit vielen Jahren, so dass man Mitte Oktober herum, also zum Saisonende, viele Boote -mastlos- um die Altstadtinsel fahren sieht. Am 31. Oktober 2018 sollte es auch … Weiterlesen …

Der Schwedentörn im Ausnahmesommer 2018

Die Vorbereitungen für den ersten Urlaubstörn liefen auf Hochtouren: Anschluss der elektrischen Bilgepumpe stand dabei weit oben auf der Prioritätenliste. Natürlich fallen kurz vor Schluss immer noch einige Dinge „hinten runter“, so auch das mitgeführte Solar-Paneel und der neue Laderegler, die erst nach dem Törn auf ihre Anschlüsse warten mussten. Windlagewechsel Geplant war ein Törn … Weiterlesen …

Segeln mit vietnamesischen Schülern

Unser Yachtclub Fischereihafen Travemünde hat es wieder einmal geschafft, einen Ausflug mit Austauschschülern aus Vietnam zu organisieren. Federführend war der Initiator und Clubmitglied Christoph aus Hamburg. Die etwa 50 vietnamesischen Schüler erreichten gegen 12 Uhr den Fischereihafen Travemünde. Wir Skipper von etwa 15 Booten des Clubs nahmen die Schüler an der Pier in Empfang und … Weiterlesen …

Es ist soweit: Start zur Saison 2018

zur Einwinterung im Oktober/November 2017 waren die Planungen für die nächste Saison klar: Der Vorteil der Steuerhausyacht soll genutzt werden, so dass es im März 2018 ins Wasser gehen soll… Glücklicherweise waren diese Ziele nicht in Stein gemeißelt! Schwingungen Ich musste mit den Gegebenheiten mitschwingen: Die Liste der zu erledingenden Arbeiten war (wie immer) zu … Weiterlesen …

Die Überführung: Ein Kampf gegen die Zeit

Im September 2017 war es soweit: Wir überführten Pangea nach einer ordentlichen Taufe in den neuen Heimathafen Travemünde. Die besondere Herausforderung des Törns stellte das herannahende Orkantief „Sebastian“ dar.
Wir wollten noch vor dem Orkan vom Ausgangshafen Laboe nach Heiligenhafen segeln und mussten dafür um die allseits „beliebten“ Schießgebiete Todendorf und Putlos herum fahren – ein enormer Umweg als einfach entlang des Kiel-Fehmarnsund-Weges!
Bei noch blauem Himmel legten wir in der Baltic Bay-Marina ab und erhielten bereits kurz hinter dem Ehrenmal die Erinnerung an das nahende Tiefdruckgebiet in Form von ersten Schauern. Dabei stimmten mich zwei Dinge trotz der Wetterprognose froh: Wir liefen mit raumen, westlichen Winden aus der Kieler Bucht und konnten bei Regen einfach die Türen im Steuerhaus schließen. Das bedeutet kein mühseliges Anplünnen von Ölzeug, sondern einfach weiterfahren! Sagenhaft! Die Kauf-Entscheidung war der richtige Schritt!
Draußen zeigte sich das gutmütige Seeverhalten der Mascot: Die langen Wellen liefen von achtern durch und das Schiff rollte dabei erstaunlich mäßig. Auch später, auf Halbwind-Kurs zeigte sich Pangea von ihrer besten Seite – wir machten mit etwas eingerollter Genua und Maschinenunterstützung gute sechs bis sieben Knoten Speed über Grund.